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Freitag, 24. Januar 2014

REZENSION: "Morbus Dei: Im Zeichen des Aries" von Bastian Zach und Matthias Bauer

Lange mussten die eingefleischten "Elisabeth und Johann - Fans" warten...
Mit  "Im Zeichen des Aries" präsentiert das Autorenteam  Zach/Bauer   nun den letzten Teil ihrer Morbus Dei -Trilogie.

Wie gewohnt, knüpft dieser nahtlos an seinen im Juni 2012 erschienenen Vorgänger an, und trotz der langen Zeitspanne von mehr als einem Jahr ist es nicht nötig, Teil zwei noch einmal zu lesen, um in die Geschichte hinein zu kommen.
Ganz im Gegenteil.

So folgen wir den Spuren von Elisabeth und Johann, die bei ihrer spektakulären Flucht aus Wien voneinander getrennt wurden.
Zur Erinnerung: Während Johann es bis auf das rettende Schiff geschafft hat, landete Elisabeth in den Händen des Feindes....
Natürlich macht sich Johann auf die Suche nach seiner Liebsten, unterstützt von seinen Weggefährten....

Und wieder schaffen es Bastian Zach und Matthias Bauer problemlos und nahezu perfekt, den Leser in das frühe 18. Jahrhundert zu "beamen".
Die Authentizität der Handlung, unterstützt durch die einmalige Wortwahl und den unverkennbaren Stil, hat mich wieder einmal fasziniert und stark beeindruckt.
History, Abenteuer, Liebe und eine Prise Mystik werden geschickt, und wie gewohnt auch ausgesprochen spannend, zu einem Ganzen verwoben.

Mit "Im Zeichen des Aries" wird das Abenteuer von Elisabeth und Johann beendet sowie auch das Schicksal ihres Dorfes besiegelt...
Ich war "gefangen" im Geschehen und hätte noch ewig weiterlesen können...

Mit ihrer Trilogie haben Bastian Zach und Matthias Bauer ganz großes Kino geschrieben...
Und genau dorthin gehört diese Geschichte auch, die meiner Meinung nach perfekt dazu geeignet ist, filmisch umgesetzt zu werden.
Zumal das Autoren-Duo ja auch auf diesem Gebiet nicht unerfahren ist....

Auf jeden Fall hoffe ich, auch zukünftig weitere Geschichten aus der Feder von Zach/Bauer lesen zu können,
....Lesefreude ist hier mit Sicherheit garantiert!

Kurz und knapp:
Beeindruckendes Finale einer grandiosen Trilogie!


Aenna




Sonntag, 28. Oktober 2012

REZENSION: "Morbus Dei: Inferno" von Bastian Zach und Matthias Bauer

Der Deserteur Johann List flieht mit seiner Liebsten Elisabeth und deren Vater aus dem unheimlichen  Gebirgsdorf, in dem ihnen so viel Schreckliches widerfahren ist.
Ihr Weg führt sie nach Wien, wo sie sich Hilfe von Johanns altem Kameraden , dem "Preußen" erhoffen.
Aber Johann trifft dort nicht nur seinen Freund, sondern auch seinen Erzfeind aus vergangenen Tagen wieder.
Als dann auch noch die ganze Stadt von einer seltsamen Krankheit bedroht wird, scheint ein Entkommen unmöglich...


Nach "Morbus Dei: Die Ankunft" präsentiert uns das österreichische Autorenduo Bastian Zach und Matthias Bauer mit " Morbus Dei: Inferno " die Fortsetzung ihres Historiendramas.

Vor der Lektüre überlegte ich zunächst, noch einmal den ersten Teil zu lesen, um besser anknüpfen zu können.
Ich habe es nicht getan, und das war auch gar nicht nötig, denn schon nach den ersten Seiten befand ich mich wieder im Jahre 1704...und sofort ging der Film vor meinen Augen fast nahtlos weiter..

Was mich schon bei der Lektüre des ersten Bandes fasziniert hat, gelingt dem Autorenteam hier erneut.
Bastian Zach und Matthias Bauer schaffen es unglaublich gut, ihre Leser absolut in die Zeitebene des Geschehens hineinzuversetzen.
Sie erzählen uns so perfekt die damaligen Lebensumstände, dass ich wirklich sehr froh bin, nicht in dieser Zeit gelebt zu haben.

Glaubhaft  schildern sie den Umgang mit Krankheit, und sehr bildlich werden dem Leser die Foltermethoden nahe gebracht, die zu jener Zeit in den düsteren Kerkern angewandt wurden.

Ich war "drin" in dieser Geschichte, spürte die Atmosphäre der Zeit.

Ich sah die Menschen, und sogar von ihren Gewändern hatte ich ein Bild.
Ich spürte die unheimliche Finsternis der Wälder, und ich hörte tatsächlich das Leben in den Gassen Wiens....

Aber nicht nur die Authentizität dieser Geschichte ist beeindruckend, sie wird auch packend erzählt und lässt an Spannung nichts vermissen....

Das Ende lässt auf das baldige Erscheinen des dritten Teiles hoffen, der laut Autoren schon in Arbeit ist.
Mich hat das "Inferno" absolut begeistert, wie zuvor auch schon der erste Teil, und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht....

Unbedingt lesen!!!

Kurz und knapp:
Packendes, authentisches Historiendrama!


 Aenna                                 



Montag, 5. September 2011

REZENSION: "Die Farben der Grausamkeit" von Joseph Zoderer

Der Journalist Richard hat Alles. Eigentlich.
Er hat einen Beruf, der ihn ausfüllt, und eine Familie...
Da ist Selma, seine Frau, mit der ihn eine tiefe Liebe verbindet. Nicht zu vergessen die beiden Söhne Rik und Tom, die aus dieser Liebe hervorgehen.
Eine Bilderbuchfamilie.... Eigentlich.
Denn in Richards Leben gibt es auch noch Ursula. Und auch die liebt er, seit Jahren schon. Trotzdem erfolgt irgendwann die Trennung.
Um Ursula zu vergessen und sein Leben in Ordnung zu bringen, kauft Richard ein altes Bauernhaus hoch oben in den Bergen, das er gemeinsam mit Selma restauriert.
Doch er kann nichts tun gegen seine Sehnsucht, kann einfach nicht aufhören, zwei Frauen zu lieben...

Ich bin mit gewissen Vorurteilen an dieses Buch "Die Farben der Grausamkeit" von Joseph Zoderer herangegangen, ich gebe es zu.
Ich hatte gerade ein paar Seiten gelesen, da wurde ich gefragt, wovon das Buch denn handeln würde. "Von einem Mistkerl, der sogar noch dann seine Geliebte vö..., als seine Frau im Krankenhaus sein Kind entbunden hat", antwortete ich.
Meine Sympathie für Zoderers Protagonisten Richard war nicht gerade überwältigend...
Dazu kommt die Schreibweise des Autors, dieser eigentümliche Stil, der fast gänzlich ohne wörtliche Rede auskommt. Schwierig zu lesen...
Fast missmutig war ich auf einen Kampf durch 335 Seiten gefasst...

Aber es kam ganz anders. Ich verlor mich in dieser Geschichte.
Ich versank in der Poesie des Geschriebenen, die für mich ganz neu war und anfangs so ungewohnt.
Ständig las ich diese besonderen Sätze, Wörter.., wollte mir Marker ins Buch kleben. Das ganze Buch wäre voll davon, wenn ich es nicht irgendwann aufgegeben hätte...
Da ist die Rede von "sommersüß" schmeckenden Kirschen, die zudem noch "nachtklebrig" sind, von "Weihnachtsbaumäpfeln"...
Da liest man Sätze wie: "....Ursula war ihm wie eine kleine Blütenstaubwolke zugeflogen..." ( Seite 22) oder: "...Es tat ihm gut, ihre Lippen wieder als eine Heimschwelle zu spüren..." ( Seite 42)

Zoderer hat eine einmalige Gabe, die Dinge zu beschreiben.
Ich sah den Berghof vor meinen Augen, die alten Obstbäume, die spielenden Kinder, den rauschenden Wald....
Aber nicht nur das Optische versteht der Autor zu vermitteln, sondern vor allen Dingen die Gefühle, das Innerste von Richard.
Seine Zerrissenheit, seine Sehnsucht, seine Folter.
Vieles bleibt aber auch ungesagt oder wird nur angedeutet, so dass genug Raum bleibt für eigene Gedanken, die sich in meinem Fall viel um Richards Frau Selma drehten...
"....Wahrscheinlich hielt sie sich für die Stärkere - und trotzdem sagte sie nicht: Ich weiß, daß du eine andere liebst...."
"Vielleicht liebte sie ihn, weil sie seine Unruhe liebte, die sie fürchtete." (Seite 94)
Und um die Frage, ob so etwas überhaupt möglich ist...Kann man zwei Menschen gleichzeitig auf diese Weise  lieben?

Mehrfach fragte ich mich, wie man denn so schreiben kann, ohne das Ganze womöglich selbst erlebt zu haben?
Ich hatte das Gefühl, eine wahre Geschichte zu lesen, zumal auch der zeitliche Rahmen durch die politischen Ereignisse um den Mauerfall genau festgesetzt ist.

Ich war gespannt, wie das Buch ausgeht, wie Richard sich letztendlich entscheidet, zumal ich selbst kaum in der Lage war, meine Entscheidung zu treffen....

Als ich nach Ende des Buches erneut gefragt wurde, wovon es denn gehandelt hätte, antwortete ich:
"Von einem Mann, der einem tiefen, inneren Konflikt ausgesetzt ist, weil er nur ein Leben hat....in dem ihm aber zeitgleich zwei große Lieben begegnen...."

Aenna                                 


Joseph Zoderer ist auf Lesetour.
Die Termine findet Ihr  hier

Montag, 25. April 2011

REZENSION: "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger

Eine junge Frau erzählt in der "Ich-Form" von der Odyssee ihrer Ehe.
Dem Beispiel ihrer Großmutter und Mutter folgend, heiratet sie aus den konservativen Vorstellungen heraus, mit denen sie aufgewachsen ist. Heiraten, eine Familie gründen und einen gutbürgerlichen Haushalt führen...das muss einfach so sein, das ist vernünftig.
Sie heiratet Rolf aus Liebe, doch hält diese nicht lange vor, als sie merkt, dass sie in der Ehe den gleichen Zwängen unterliegt wie zuvor in ihrem Elternhaus.
Vergeblich versucht sie, auszubrechen, die Depressionen sind unvermeidlich...

Ich muss sagen, ich tue mich schwer mit der Besprechung dieses Buches.
"Wie kommt das Salz ins Meer"  ist der hochgelobte Debütroman von Brigitte Schwaiger und im Jahre 1977 erstmalig erschienen. Ich hatte somit große Erwartungen an das Buch, das schließlich ein noch immer hochaktuelles Thema verarbeitet.
Aber ich fand es schwer, das nur 134 Seiten umfassende Werk zu lesen. Die Autorin grenzt die wörtliche Rede nicht durch Zeichen ab, so dass man einen fortlaufenden Text vor sich hat, was sehr anstrengend ist.
Was wird gesprochen? Und was nur gedacht? Wer spricht was?
Hier ist der Leser sehr gefordert, aber auch gezwungen, sich komplett auf die Ich-Erzählerin einzulassen. In ihre Welt einzutauchen, um ihre Gefühle nachvollziehen zu können.
Wir lernen eine Frau kennen, die, eingesperrt in ihrer Ehe, keine Möglichkeit der Selbstverwirklichung erfährt. Die, aus einem konservativen und mindestens genauso einengenden Elternhaus kommend, es nicht gelernt hat, sie selbst zu sein, eigene Zukunftsvorstellungen zu entwickeln. Sie hat es nicht gelernt, sich aufzulehnen. Weder gegen ihr Elternhaus noch gegen ihren Mann, der sie ständig unterordnet, gängelt, klein macht.
So ist der Leser sehr erstaunt, als sie den Ausbruch wagt und schließlich Konsequenzen zieht.

Tiefsinnig, aber auch mit einer Portion Humor lässt Brigitte Schwaiger ihre Protagonistin erzählen.
Viele Sätze haben mich in ihrer Doppeldeutigkeit beeindruckt...
[...] er sagt: Schon lange war es nicht so schön mit dir. Dabei war ich gar nicht zu Hause.
Ich bin sicher, dass sich noch einige solcher Satzschätzchen in dem Buch finden lassen, die ich auf den ersten Blick womöglich übersehen habe.

"Wie kommt das Salz ins Meer" ist kein Buch, das mir auf Anhieb gefallen hat. Je mehr ich mich damit auseinandersetze, desto mehr erkenne ich aber die Qualitäten dieser stark autobiographisch geprägten Lektüre.
Brigitte Schwaiger (*1949)  hatte ihr ganzes Leben lang mit psychischen Problemen zu kämpfen und verübte im Jahre 2010 Selbstmord.

                                    
Aenna

Mittwoch, 26. Januar 2011

Bücherpost

Auch im Januar blieb der Briefkasten nicht leer und ich habe einiges nachzutragen :o)))


"Bataillon d'Amour" von André Pilz
Vielen Dank an Nicole Oberdanner vom Haymon-Verlag!
"Das Schweigen der Rose" von Kat Martin
"Der Beethoven-Fluch" von M.J. Rose
Vielen Dank an den Mira-Verlag!
"Gute Nacht Liebster" von Katrin Hummel
Vielen Dank an Bastei Lübbe!
"Schweigt still die Nacht" von Brenna Yovanoff
Vielen Dank an Script5!
"Das Blut der Lilie" von Jennifer Donnelly
Vielen Dank an Vorablesen.de und dem Pendo-Verlag(Piper)
Ich freue mich aufs Lesen!!
Die Rezensionen gibt es dann demnächst hier!


Bei Merle wurde ich dann dank ihrer Rezension auf dieses Buch aufmerksam....
Da es sich um den 2. Teil einer Kleinserie handelt, mußte natürlich erst der erste Teil her :o)
Leider gibt's den nicht mehr im Buchhandel zu kaufen, sondern nur noch auf dem Gebrauchtmarkt...zu horrenden Preisen! Aber das Glück war mir hold und ich konnte es über booklooker zu einem vernünftigen (normalen) Preis bekommen! 


Klappentext: 
Eine geheime Erfindung bedroht London - eine Verschwörung auf höchster Ebene
London, 1811. Der Krieg mit Napoleon hat seinen Höhepunkt erreicht. In der düsteren, von Gesindel bevölkerten Metropole wird der exzentrische Sonderermittler Hawkwood vom Empire mit der Aufklärung eines Doppelmordes beauftragt. Mithilfe seiner Kontakte zur Londoner Unterwelt gelingt es Hawkwood, einer Verschwörung auf die Spur zu kommen, die ganz England in größte Gefahr bringt.
"Der Rattenfänger" ist der fulminante Auftakt der historischen Krimiserie um Sonderermittler Hawkwood.

Mal wieder was ganz anderes, ich bin wahnsinnig gespannt!


Heute Morgen lag dann noch ein Päckchen neben meiner Kaffeetasse. Noch nie habe ich so früh Post bekommen, schon gar keine Bücherpost.  Es enthielt dieses Buch vom Haymon-Verlag!


"Verfahren" von Ludwig Laher


Klappentext:
Jelena, eine Kosovo-Serbin, wird in ihrer Heimat wiederholt Opfer unvorstellbarer Gewalt. Die geht nicht vom Staat aus, sondern von enthemmten Mitgliedern der Mehrheitsbevölkerung. Schwer traumatisiert, hofft die junge Frau nach zwei Selbstmordversuchen auf einen Neuanfang in Österreich. Dort aber gerät sie in die Mühlen eines unmenschlichen Asylrechts, das seinem Namen nicht gerecht wird.


Auch dieses Buch verspricht eine interessante Lektüre zu werden! 
Vielen Dank an Nicole Oberdanner für diese Überraschung! Von mir aus kann jeder Tag so anfangen*ggg*
Aenna


Montag, 3. Januar 2011

Rezension: "Man Down" von André Pilz

Es geht mir gut.
Wie gut, wird mir klar, als ich die Geschichte von Kai lese, die uns André Pilz in seinem Roman "Man Down" erzählt...


Kai wird durch einen Betriebsunfall arbeitsunfähig. Sein Arbeitgeber lässt ihn fallen und bleibt ihm auch seine letzten Gehälter schuldig. So wird Kai schuldlos zum Hartz IV-Empfänger. Er rutscht immer mehr ab, verliert sich im Alkohol-und Drogenkonsum. Letztendlich lässt er sich auf kriminelle Machenschaften ein, um seine Schulden begleichen zu können.
Dann verliebt er sich in Marion, doch auch die Beziehung zu ihr verläuft nicht ohne Probleme...


Wer "Man Down" liest, sollte nicht allzu zart besaitet sein! André Pilz führt uns in eine andere Welt, allerdings nicht im positiven Sinne...Er zeigt uns menschliches Elend, und das ausgesprochen offen und schonungslos!
Der Autor bedient sich, hauptsächlich in den Dialogen, einer sehr lockeren, umgangssprachlichen Ausdrucksweise, das Wort fi..en taucht unzählige Male in allen Variationen auf. Ein bisschen weniger Fäkalsprache hätte dem Buch sicher nicht geschadet, zumal André Pilz es auch so versteht, Kais Situation des sozialen Abstiegs, mit allen damit verbundenen Emotionen wie Angst und Hoffnungslosigkeit, deutlich zu machen.
Außerdem droht die Gefahr, den Hartz IV- Empfänger automatisch auf ein niedriges Niveau herabzusetzen, statt mit Vorurteilen aufzuräumen. Es kann jeden treffen...
Glücklicherweise bekommen wir Gelegenheit, hinter Kais betrunkener und zugedröhnter Fassade den wahren Menschen kennenzulernen, nämlich einen intelligenten und liebenswerten, zudem sensiblen jungen Mann.
In Briefen, die er an seinen Bruder verfasst, kehrt er sein Inneres nach Außen. 
Er beschreibt seine Hoffnungen, Sehnsüchte und seine Gefühle wie Angst und Scham. 


"Man Down" hat mich sehr berührt, hat mich schockiert, hat mir Angst gemacht...
Das Buch zeigt, wie nah der Abgrund ist und wie schnell man fallen kann!
Ich kann jedem nur empfehlen, den Mut dazu aufzubringen, sich auf diese Lektüre einzulassen.
Aenna

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Rezension: "Die Reise zum Horizont" von Jürg Amann

Ein Passagierflugzeug stürzt mitten in den Anden ab. Es gibt Tote, Verletzte, aber auch Überlebende. Überlebende, die anfangs noch voller Zuversicht an Rettung glauben. Doch diese bleibt aus.
Täglich wächst die Zahl der Toten, und täglich wächst die Verzweiflung!



Im gnadenlosen Kampf gegen Kälte und Hunger, Einsamkeit und Wahnsinn..., in diesem Kampf ums Überleben tun sich menschliche Abgründe auf.




Die Novelle "Die Reise zum Horizont" von Jürg Amann ist angelehnt an die wahren Ereignisse des Absturzes der Fuerza Aerea 571 in den 70er Jahren.
Es wird in der "Wir-Form" erzählt, wobei die Protagonisten ohne Gesicht bleiben. Trotzdem kommt die Geschichte hautnah an uns Leser heran.
Amann erzählt manchmal geradezu nüchtern, dann wieder voller Dramatik, wodurch ich die innere Zerrissenheit der Absturzopfer mitfühlen konnte, etwa, als es darum geht, Nahrung zu beschaffen...
Obwohl sie nur gut 100 Seiten umfasst, musste ich die Lektüre zwischendurch mehrfach zur Seite legen, um das gerade Gelesene erstmal zu verdauen...
Manche Passagen las ich ein zweites Mal, um wirklich zu begreifen, was da geschrieben steht. Nicht etwa, weil die Sprache des Autors so kompliziert wäre -im Gegenteil-, sondern weil ich so unvorstellbar und schrecklich fand, wie der Mensch in dieser Extremsituation agiert. Es bleibt nicht aus, dass man sich  zwangsläufig in eben gelesene Situationen hineinversetzt und sich fragt, wie man wohl selbst reagieren würde....
Letztendlich bleibt das Ende offen, was dazu führt, dass die Geschichte noch einige Zeit im Kopf bleibt.
Aber da es ja einen Erzähler gibt, scheint sie zumindest für eine Person ein gutes Ende genommen zu haben.....
Keine leichte, aber sehr eindringliche Lektüre!
Aenna

Dienstag, 7. Dezember 2010

Neuzugänge

Auch letzte Woche blieb der Briefkasten nicht leer...


Der Haymon-Verlag schickte mir wieder zwei Rezensionsexemplare, hierfür ganz herzlichen Dank, besonders an Nicole Oberdanner.


Man Down von André Pilz und Die Reise zum Horizont von Jürg Amann bereichern nun mein Bücherregal und ich freue mich aufs Lesen!


Bei rici habe ich dieses tolle Buch nebst signiertem Lesezeichen gewonnen. Die Reinheit des Todes von Vincent Kliesch!


Es stand schon lange auf meiner Wunschliste, deshalb freue ich mich ganz besonders über mein Glück. 
Nochmals von dieser Stelle lieben Dank an Ricarda...


Und beim Shoppen lachte mich dieses Buch an, natürlich ganz zufällig.... Da es ebenfalls schon lange auf meinem Wunschzettel stand, mußte es natürlich mit...:o)) 
Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer!


Aenna

Sonntag, 28. November 2010

Rezension: "Morbus Dei: Die Ankunft" von Bastian Zach und Matthias Bauer

Haymon-Verlag
289 Seiten, TB
ISBN 978-3-85218-846-1
9,95 Euro
Tirol, im Winter vor 300 Jahren: Johann List hat genug vom Krieg, von Mord und sinnloser Gewalt. Auf seiner Flucht durch tief verschneites  Gebirge verirrt er sich in ein abgelegenes Bergdorf. Schwer verletzt und dem Tode näher als dem Leben wird er von der schönen Elisabeth und deren Großvater aufgenommen und gesund gepflegt. Zum Dank dafür leistet er Elisabeths tyrannischem Vater Jakob Karrer Dienste als Knecht auf dessen Gehöft. Die Tatsache, dass er sich in Elisabeth verliebt hat, versüßt ihm die harte Arbeit und die Entscheidung, im Dorf zu verweilen. Denn er merkt bald, dass dieses von einem mysteriösen Geheimnis umgeben ist, welches die Dorfbewohner nicht preisgeben wollen. In den Wäldern soll "das Böse" lauern...., soviel bekommt Johann mit. Wovor fürchten sich die Menschen in diesem Dorf ? Lassen sie sich  nur von ihrem Aberglauben leiten oder gibt es "die Anderen" wirklich? Johann geht der Sache auf den Grund...

Dieses Buch, geschrieben vom Autorenteam Bastian Zach und Matthias Bauer, ist einmal etwas ganz anderes....und es lohnt absolut, sich darauf einzulassen!

Bereits nach wenigen Seiten befand ich mich im frühen 18. Jahrhundert und mittendrin in der Geschichte. Dies ist sicherlich zurückzuführen auf die einfache, aber sehr bildhafte Sprache und die Verwendung spezifischer Ausdrücke(auch wenn diese mir teilweise fremd waren). 
Ich lief neben Johann her, sah die Schauplätze mit seinen Augen wie auch die Charaktere, mit denen er zu tun hat. Ich fühlte das Primitive der Zeit, zum einen durch die sehr gute Beschreibung der Lebensumstände, zum anderen aber auch aufgrund  der Darstellung diverser, doch äusserst brutaler Gewaltszenen.

Die Geschichte ist spannend, vom Anfang bis zum Ende. Die Bedrohung des "Bösen" schwebt über dem Leser, der unbedingt wissen möchte, was dahintersteckt!
Die Auflösung ist in meinen Augen schlüssig und hat mich durchaus zufriedengestellt. 

Dennoch ist dies kein Buch, das man ausliest und gleich ins Regal stellt....
Die Autoren haben es geschafft, einen Roman mit enormer Atmosphäre zu schreiben, welche den Leser noch eine ganze Weile gefangen hält...

Herr Zach und Herr Bauer, mehr davon bitteschön!!!

Aenna

Samstag, 20. November 2010

Neuer Lesestoff

Als nächstes lese ich "Morbus Dei: Die Ankunft" vom Autorenteam Bastian Zach und Matthias Bauer.
Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Haymon-Verlag als Rezensionsexemplar überlassen.
Dafür bedanke ich mich ganz herzlich, besonders bei Nicole Oberdanner für ihre supernette email!


Auf das Buch bin ich sehr gespannt, und es ist ein schöner Kontrast zur vorherigen Lektüre!
Aenna