Dienstag, 26. April 2011

Achtung...!!!

BÜCHERSPLEEN ist jetzt auch auf Facebook....

Ich freue mich, wenn Ihr mich auch dort besucht!




Liebe Grüße
Aenna

Montag, 25. April 2011

REZENSION: "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger

Eine junge Frau erzählt in der "Ich-Form" von der Odyssee ihrer Ehe.
Dem Beispiel ihrer Großmutter und Mutter folgend, heiratet sie aus den konservativen Vorstellungen heraus, mit denen sie aufgewachsen ist. Heiraten, eine Familie gründen und einen gutbürgerlichen Haushalt führen...das muss einfach so sein, das ist vernünftig.
Sie heiratet Rolf aus Liebe, doch hält diese nicht lange vor, als sie merkt, dass sie in der Ehe den gleichen Zwängen unterliegt wie zuvor in ihrem Elternhaus.
Vergeblich versucht sie, auszubrechen, die Depressionen sind unvermeidlich...

Ich muss sagen, ich tue mich schwer mit der Besprechung dieses Buches.
"Wie kommt das Salz ins Meer"  ist der hochgelobte Debütroman von Brigitte Schwaiger und im Jahre 1977 erstmalig erschienen. Ich hatte somit große Erwartungen an das Buch, das schließlich ein noch immer hochaktuelles Thema verarbeitet.
Aber ich fand es schwer, das nur 134 Seiten umfassende Werk zu lesen. Die Autorin grenzt die wörtliche Rede nicht durch Zeichen ab, so dass man einen fortlaufenden Text vor sich hat, was sehr anstrengend ist.
Was wird gesprochen? Und was nur gedacht? Wer spricht was?
Hier ist der Leser sehr gefordert, aber auch gezwungen, sich komplett auf die Ich-Erzählerin einzulassen. In ihre Welt einzutauchen, um ihre Gefühle nachvollziehen zu können.
Wir lernen eine Frau kennen, die, eingesperrt in ihrer Ehe, keine Möglichkeit der Selbstverwirklichung erfährt. Die, aus einem konservativen und mindestens genauso einengenden Elternhaus kommend, es nicht gelernt hat, sie selbst zu sein, eigene Zukunftsvorstellungen zu entwickeln. Sie hat es nicht gelernt, sich aufzulehnen. Weder gegen ihr Elternhaus noch gegen ihren Mann, der sie ständig unterordnet, gängelt, klein macht.
So ist der Leser sehr erstaunt, als sie den Ausbruch wagt und schließlich Konsequenzen zieht.

Tiefsinnig, aber auch mit einer Portion Humor lässt Brigitte Schwaiger ihre Protagonistin erzählen.
Viele Sätze haben mich in ihrer Doppeldeutigkeit beeindruckt...
[...] er sagt: Schon lange war es nicht so schön mit dir. Dabei war ich gar nicht zu Hause.
Ich bin sicher, dass sich noch einige solcher Satzschätzchen in dem Buch finden lassen, die ich auf den ersten Blick womöglich übersehen habe.

"Wie kommt das Salz ins Meer" ist kein Buch, das mir auf Anhieb gefallen hat. Je mehr ich mich damit auseinandersetze, desto mehr erkenne ich aber die Qualitäten dieser stark autobiographisch geprägten Lektüre.
Brigitte Schwaiger (*1949)  hatte ihr ganzes Leben lang mit psychischen Problemen zu kämpfen und verübte im Jahre 2010 Selbstmord.

                                    
Aenna

Friendship-Book Tag....

Petra von "Seitenweise" hat mich getaggt und mir ein virtuelles Freundschaftsbuch geschickt....

Genau wie sie kenne ich eher die Poesie-Alben aus meiner Kindheit und Jugend, aber meine Kinder hatten auch diese Freundschaftsbücher.

Dann mach ich mich jetzt mal ans Ausfüllen....

Geburtstag: 24. Juli

Sternzeichen: Löwe (gerade so eben...)

Haarfarbe: braun, auch wenn der Friseur meines Vertrauens bereits dezent auf das sich häufende grau aufmerksam gemacht hat...Ich hab ihn auch lieb...(und Peru Nougat Braun steht schon auf Abruf bereit...)

Augenfarbe: braun

Besondere Kennzeichen: Nee, hab ich nicht. Im Sommer viele Sommersprossen...:o)

Lieblingsfarbe:  Ich trage am liebsten Grün, Violett, Schwarz, Lila, Braun

Lieblingstier: Hunde natürlich! Ausserdem mag ich Nilpferde und Bären.

Lieblingsessen: Bratnudeln...mit Ei drüber, Kasseler mit Sauerkraut, Tomatensalat


Lieblingssongs: immer unterschiedlich.... ich mag die Klaviermusik aus dem Film "Das Piano" (mein Lieblingsfilm),


aber auch "Angel" von Sarah McLachlan, "The Scientist" von Coldplay, "Build" von den Housemartins und und und.....

Hobbys: Natürlich Lesen, Garten, Sockenstricken. Früher war ich noch kreativer, habe z.B. Teddybären genäht, dafür habe ich jetzt leider keine Zeit mehr :o(

Was ich besonders gut kann: Ruhe bewahren...

Ich bin ein Fan von: so richtig eingefleischt eigentlich Niemandem...

Was ich nicht mag: Heuchelei, Falschheit, Familienfeiern, Ausnutzer, Smalltalk Blabla, Lästerei,

Mein schönstes Erlebnis: natürlich auch die Geburt unserer Kinder!

So, das war's! Und ich tagge jetzt  Bellxr's Leseinsel,  Katze mit Buch und  Halbschlaf!

Aenna

Sonntag, 24. April 2011

FROHE OSTERN!!!

wünsche ich Euch Allen!!!


                                                   


Aenna

Rezension: "Die Sopranistin" von Jörg Thadeusz

Im Theater des Westens in Berlin haben sich alle, die bei Film und Fernsehen Rang und Namen haben, zur alljährlichen "Bruno"-Verleihung versammelt.
Plötzlich detoniert eine Bombe, drei Menschen sterben, Hunderte werden schwer verletzt...
Die Polizei sucht mit Hochdruck die Verantwortlichen für dieses Attentat.

Georg, der seit Jahren in den USA ein Friseurgeschäft betreibt und auf größerem Fuß lebt, als er sich eigentlich leisten kann, kehrt zur Beerdigung seines Onkels in ein hysterisches Deutschland zurück.
Verschärfte Polizei-Kontrollen, gehäufte Berichterstattung in den Medien - das Land ist in Aufruhr.
Und da ist auch noch das Päckchen, das ihm seine Reisebekanntschaft Sofia gegeben hat und das er ihrer Oma mitnehmen soll. Ein Gefallen, den Georg der schönen Sängerin gerne tun will...
Gut, dass er nicht weiß, dass die Sopranistin auch im Visier des CIA steht...

"Die Sopranistin" von Jörg Thadeusz ist ein Buch, von dem der Leser erst einmal meint, förmlich erschlagen zu werden.
Es wartet mit einer großen Zahl an Charakteren auf, die differenziert werden wollen, was zunächst unmöglich scheint...und wohl auch wäre, wenn sich das Buch in Kapitel teilen würde, die aufeinander aufbauten. Tut es aber nicht.
Stattdessen erleben wir schnelle Szenenwechsel, wie im Film. Dabei liest sich jede Episode flüssig und unterhält mit zum Teil sehr witzigen Formulierungen.
Die Protagonisten bleiben eher oberflächlich, was in Anbetracht ihrer Vielzahl auch dankenswert ist. Stattdessen weist der Autor ihnen einprägsame Merkmale zu, die dem Leser eine Unterscheidung ermöglichen (z. B. der Polizist, der sein neues Fahrrad noch nicht ausprobiert hat, der FBI - Mann mit dem hässlichen Gesicht, der LKA-Beamte, der Ringelnatz zitiert u.s.w.)
Nur wenige Hauptcharaktere werden mit kurzen Anekdoten aus dem Privatleben etwas näher beleuchtet.

Auch die Handlung bleibt eher oberflächlich, wer einen bis ins kleinste Detail ausgefeilten Krimi erwartet, wird enttäuscht. 
"Die Sopranistin" umreißt eher ein kriminelles Geschehen, wie es in Deutschland passieren könnte und zeigt deutlich den Umgang der Verantwortlichen damit vor der Öffentlichkeit, z.B. durch wage Berichterstattung und ausflüchtende, nichtssagende Politiker-Statements.
Jörg Thadeusz sagt, wie es ist, nennt die Dinge, auch abseits der Attentat-Diskussion, beim Namen und bedient sich dabei unterschiedlicher Sichtweisen. Da sind zum einen die Demonstranten, die von der Polizei geprügelt werden. Zum anderen zeigt er uns den Polizisten, der trotz vieler und langer Dienste wenig verdient und sich selbst als "Arsch der Nation" bezeichnet.

Nachdem ich mich an den Stil des Buches gewöhnt hatte, hat es mir doch gefallen.
Und das liegt ganz klar an der genialen Fähigkeit des Autors, mit Worten umzugehen. Der Witz in seinen Dialogen, die Situationskomik an manchen Stellen, hat mich oft zum Lachen gebracht. Und das, obwohl ein ernstes Thema behandelt wird. 
Witzig fand ich auch, dass Persönlichkeiten des realen Lebens Erwähnung finden, was dem Leser das Gefühl  vermittelt, einen aktuellen Fall zu verfolgen.
Dieses Buch ist sicherlich anders.... aber ich mochte es!


                                (knappe) 
Aenna