Donnerstag, 8. November 2012

REZENSION: "Die Mädchenwiese" von Martin Krist

Der kleine Sam ist verzweifelt.
Seine große Schwester Lisa ist verschwunden, und nur er weiß, dass sie nicht von zu Hause abgehauen ist, wie die meisten Bewohner des kleinen Dorfes Finkenwerda im Spreewald vermuten.
Aber niemand hört ihm zu....

Nur Alex Lindner, der zugezogene Ex-Polizist, macht sich ebenfalls Sorgen, erst recht, als im Wald eine Mädchenleiche gefunden wird.
Alles erinnert ihn an einen ganz bestimmten Fall vor ein paar Jahren, den er jedoch nicht zu lösen vermochte.
Ein Fall, der zu seinem ganz persönlichen Alptraum wurde...

"Die Mädchenwiese" ist der erste Roman, den der Berliner Autor Marcel Feige unter seinem Pseudonym Martin Krist veröffentlicht.
Bereits "Kalte Haut" hatte ich mit Begeisterung verschlungen und war nun entsprechend gespannt auf den nächsten Roman des Schriftstellers.

Allein schon das Cover des Buches ist äußerst gelungen, spricht den Leser an und macht Lust auf die Lektüre.

Das Buch beginnt mit einem absolut spannenden Prolog, der den Leser sofort in die Geschichte hineinzieht.
Und ist man einmal drinnen, kommt man auch so schnell nicht wieder heraus....

Dafür sorgen die Cliffhänger am Ende eines jeden Kapitels sowie die kapitelweisen Erinnerungen einer Ich- Erzählerin, deren Identität zwar relativ schnell erkannt wird, aber eben nicht ihre Bedeutung für die Ereignisse der Gegenwart.

Dass der Autor eben dieser Figur viel Aufmerksamkeit gewidmet hat, zahlt sich aus, denn von ihr und ihrer Geschichte, ihrem Leben, bekam ich ein sehr genaues Bild.
Auch der kleine Sam und seine Mutter werden beim Lesen "lebendig".
Einzig Hauptprotagonist Alex Lindner bleibt ungewöhnlich blass und mir fremd, und das hat mich doch irgendwie sehr irritiert.

"Die Mädchenwiese" ist locker geschriebene und daher leicht zu lesende Lektüre.
Im krassen Gegensatz dazu werden wir mit detaillierten Gewaltszenen, sowohl an Menschen als auch  Tieren, konfrontiert, die uns entsetzen und schockieren....
Wer zart besaitet ist, mag damit vielleicht überfordert sein...
Allerdings sollte man dann auch von der Lektüre eines Thrillers absehen, denn auf Gewalt und Blut muss man in diesem Genre einfach gefasst sein.

So führt uns Martin Krist in rasantem Tempo durch seine Geschichte, lässt Stück für Stück die Vergangenheit mit der Gegenwart verschmelzen und uns so, nach und nach, die Wahrheit erkennen.
Das letzte Geheimnis jedoch erschließt sich uns erst ganz zum Schluss, so dass die Spannung wirklich bis zur letzten Seite garantiert ist...

Mich hat Krists "Mädchenwiese" sehr gut unterhalten, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen.
Der Autor hat mich mit seiner Geschichte überzeugt, mir gefällt sein Stil absolut, und ich freue mich auf weitere Veröffentlichungen aus seiner Feder.

Kurz und knapp:
Hochspannung für starke Nerven



Aenna                                 



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