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Dienstag, 19. April 2011

Rezension: "Die erste Liebe" von Véronique Olmi

Emilie ist seit 25 Jahren verheiratet und Mutter von drei mittlerweile erwachsenen Töchtern.
Am Tag ihrer Silberhochzeit bricht sie aus ihrem geordneten Leben aus, lässt alles stehen und liegen. Sie setzt sich in ihr Auto, verlässt Paris und ihren Mann und macht sich auf nach Italien.
Der Grund dafür ist eine Zeitungsanzeige, die sie zufällig liest: "Emilie, Aix 1976. Komm so schnell wie möglich zu mir nach Genua. Dario".
Dario, ihre erste große Liebe, als sie 16 Jahre alt war und den sie nie vergessen hat...

Was für eine romantische Vorstellung!
Automatisch denkt man an seine eigene erste Liebe zurück und wie es wohl wäre, sie nach 30 Jahren wiederzusehen...
Wir setzen uns erwartungsvoll mit Emilie in ihr Auto und begleiten sie auf ihrer Reise, die nicht nur nach Italien führt, sondern auch in die Vergangenheit.
Denn Emilie reflektiert auf der Fahrt ihr Leben. Wir werden Zeugen ihrer Gedanken, unterbrochen von kurzen Reiseerlebnissen.
Emilie erzählt uns von einer nicht ganz unbeschwerten Kindheit mit ihrer Schwester Christine, die das Down-Syndrom hat.
Sie berichtet von ihrer Ehe, ihren Töchtern, die sie nicht mehr brauchen, wir erleben ihre eher nüchterne Auseinandersetzung mit den Verletzungen, die sie ihrer Familie zufügt.
Und natürlich nimmt sie uns mit zu ihrer ersten Begegnung mit Dario, erzählt von dem Wachsen einer großen Liebe...
Dabei macht sie viele Gedanken- und Zeitsprünge, die mich zuweilen sehr verwirrten.
Auch trifft Emilie zu Anfang ihrer Reise auf unterschiedliche Personen. Die Schilderung dieser Episoden irritierten mich doch sehr, da sie für mein Empfinden von der eigentlichen Geschichte ablenken und mich daher eher gelangweilt haben.

Hat man sich einmal an den Stil gewöhnt, fällt das Lesen leichter, auch, wenn die Geschichte ohne großartig aufgebaute Höhepunkte bleibt.
Das Ende überrascht...

Dem entgegen steht eine wundervolle Sprache, für die allein es sich allemal lohnt,  "Die erste Liebe" zu lesen.
Véronique Olmi verwendet großartige Formulierungen, die man gleich mehrmals liest, weil sie so schön sind.
"Unsere Freunde [.......] sagen uns, was für ein Glück wir haben, dass wir beide "auf einer Wellenlänge" liegen. Sie wissen nicht, dass sich diese Welle nicht bewegt, sie tanzt nicht durch die Luft und vibriert tatsächlich nicht genug, um uns über Bord zu werfen."
Immer wieder erstaunte mich die Autorin mit ihrer Fähigkeit, die Dinge zu beschreiben, überraschte mich mit einer Prosa, wie ich sie selten, nein, eigentlich nie zuvor gelesen habe.

"Die erste Liebe" ist ein sprachliches Meisterwerk. Die Geschichte an sich hat mich leider nicht ganz überzeugt!


                                                     
Aenna

Sonntag, 3. April 2011

Ankündigung: Véronique Olmi liest aus "Die erste Liebe"

Véronique Olmi, Jahrgang 1962, ist ausgebildete Schauspielerin, hat zahlreiche Drehbücher geschrieben und auch Regiearbeit geführt.
Die in ihrem Heimatland Frankreich sehr bekannte Dramaturgin wurde vielfach mit Preisen ausgezeichnet, einige ihrer selbst verfassten Theaterstücke wurden auch ins Deutsche übersetzt.
Mit ihrem neuen Buch "Die erste Liebe" geht  Véronique Olmi nun auch bei uns auf Lesereise.

Über das Buch (lt. Verlagsseite Kunstmann-Verlag )

»Emilie, Aix 1976. Komm so schnell wie möglich zu mir nach Genua. Dario.« Als Emilie diese Suchanzeige auf einem Stück Zeitungspapier entdeckt, in das der Wein eingewickelt war, bereitet sie gerade das Abend­essen zu ihrem 25. Hochzeitstag vor. Sie schaltet den Herd aus, nimmt die Autoschlüssel und macht sich auf den Weg nach Genua. Allein am Steuer, ist ihr, als ob ein Korsett aus Liebe, Gewohnheit und Langeweile von ihr abfällt. Wie war das damals, als das Leben noch offen schien? Wün­sche, Träume werden wach, Erinnerungen steigen auf. An die Flucht aus dem engen, rigiden Elternhaus, die symbiotische Nähe zu ihrer Schwester, die »ein Chro­mosom zuviel hat« und doch mit ihr mehr als nur ein Körnchen Verrücktheit und rebellische Fantasie teilt. An die Liebe zu Dario, die plötzlich ein Fenster aufstieß. Wen hofft sie wiederzufinden, nach all den Jahren? Warum rührt die Erinnerung an die erste Jugendliebe so tief, dass man dafür sein bisheriges Leben hinter sich lässt? Véronique Olmi, »Meisterin der Erkundung von Gefühlen und von Frauenporträts in der Nach­folge einer Jane Austen oder eines Henry James« (Le Figaro littéraire), nimmt uns mit auf eine Reise in die Ver­gan­genheit – ein »Road-Movie der Gefühle« (Paris Match)






Montag, 11. April / Bonn
20 Uhr, Buchladen 46
Kaiserstr. 46, 53113 Bonn
Moderation: Catherine Robert und Holger Schwaab
Dt. Text: Tatjana Pasztor (Theater Bonn)


Dienstag, 12. April / Bremen
19:30 Uhr, Institut français de Brême
Contrescarpe 19, 28203 Bremen
Moderation und Dt. Text: Ina Kronenberger


Mittwoch, 13. April / Hamburg
19 Uhr, Institut français de Hambourg
Heimhuder Str. 55, 20148 Hamburg
Moderation und Übersetzung: Angela Spizig
Dt. Text: Verena Turba


Donnerstag, 14. April / Halle
18 Uhr, Hallischer Saal / Burse zur Tulpe
Universitätsring 5, 06099 Halle
Moderation: Prof. Dr. Ralf Ludwig
Dt. Text: Dr. Anette Schiller


Freitag, 15. April / Dresden
20 Uhr, KulturHaus Loschwitz
Friedrich-Wieck-Str. 6, 01326 Dresden
Moderation und Dt. Text: Dr. Dagmar Hunold


Eine Rezension zu diesem Buch könnt Ihr demnächst hier lesen....
Aenna